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Seite: Darmpolypen

Darmpolypen

Darmpolypen: Wie gefährlich sind sie?
Aus Darmpolypen kann Darmkrebs entstehen. Da sie kaum Symptome verursachen, werden sie meist zufällig, durch eine Darmspiegelung entdeckt!

Darmpolypen sind keine Seltenheit. Man findet Sie im Durchschnitt bei jedem Zehnten. Je älter ein Mensch wird, desto häufiger findet man Polypen. Nach Schätzungen zufolge hat knapp jeder dritte über 60-Jährige mindestens einen Polypen im Darm. In mehr als 90% der Fälle entwickeln sich aus den Polypen Darmkrebs. Damit hat die Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung eine entscheidende Bedeutung: Denn erst durch diese Untersuchung, werden sie entdeckt und können ggf. auch gleich entfernt werden.

Was sind Darmpolypen? Welche Formen gibt es?
Die Polypen sind Schleimhautvorwölbungen, die aus der Darmschleimhaut ins Darminnere (das Darmlumen) hineinragen. Sie kommen meistens im Dickdarm vor. Je nach aussehen und sich wie das Gewebe unter dem Mikroskop darstellt, unterscheiden Ärzte Polypen in verschiedene Formen: adenomatöse Polypen (Adenome), hyperplastische und hamartöse Polypen. Am häufigsten kommen Adenome vor, die sich ihrerseits in eine tubuläre, villöse und tubulovillöse Form unterteilen lassen je nachdem, wie sie aus der Darmschleimhaut herausragen.

Welche Faktoren das Risiko zur Darmpolypenbildung erhöhen?
Neben dem Alter gibt es noch weitere Faktoren, die eine Polypenbildung im Darm begünstigen. Die Schleimhautgebilde kommen in Europa, den USA und Australien deutlich häufiger als in Asien und Afrika vor. Daher vermuten Experten, dass der Lebensstil und die Ernährung auch eine Rolle spielen. Studien zeigen, dass übergewichtige Menschen, aber auch Diabetiker häufiger Darmpolypen haben. Ebenfalls wirkt sich anscheinend zu wenig Bewegung sowie ballaststoffarmes und fettiges Essen negativ aus. Wer raucht und regelmäßig Alkohol trinkt, hat ebenso ein höheres Risiko für Darmpolypen. Darüber hinaus beeinflussen die Gene, ob jemand zu Polypen neigt: Hat ein naher Verwandter Darmpolypen, treten die Schleimhautwucherungen auch bei den Familienmitgliedern gehäuft auf. Es gibt sogar spezielle familiäre Syndrome, wie die familiäre adenomatöse Polyposis, bei der im Dickdarm mehr als 100 Polypen vorkommen.

Das Darmkrebs-Risiko: Wie gefährlich sind die Darmpolypen?
Bei den adenomatösen Polypen, also Adenomen, handelt es sich um eine Neoplasie. Das Fachwort bedeutet: neugebildetes Gewebe, also für einen Tumor. Es muss nicht automatisch bösartig sein. Da die Adenome aber entarten, sie damit als Vorläufer zu Dickdarmkrebs. Da sich aus 90% der Kolonkarzinome diese Darmpolypen-Form entwickelt („Adenom-Karzinom-Sequenz“). Also je mehr Adenome im Dickdarm gefunden werden und um so größer sie sind, desto höher ist auch das Krebsrisiko. Wer an einer familiären adenomatösen Polyposis leidet, für den liegt die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken (ohne frühzeitige Vorsorge), bei 100%. Ob hyperplastische und hamartöse Darmpolypen mit einer erhöhten Krebsgefahr einhergehen, lässt sich derzeit nicht ganz genau klären.

Welche Beschwerden und Symptome rufen die Darmpalypen hervor?
In vielen Fällen bereiten die Polypen keine Beschwerden. Manchmal kann ein Polyp bluten, was sich durch hellrote Blutbeimengungen im Stuhl bemerkbar macht. Verbleibt das Blut länger im Darm, wird es zersetzt, was zu einem schwarzbraun verfärbten Stuhl führen kann. Die Experten gehen allerdings davon aus, dass nur etwa fünf Prozent aller Adenome sichtbare Blutbeimengungen hervorrufen. Selten kann auch ein größerer Polyp die Verdauung stören. Dies äußert sich dann durch Verstopfung. Andere Polypen können gelegentlich Durchfall begünstigen.

Die Diagnose und wie ein Arzt die Darmpolypen entdeckt?
Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab einem Alter von 55 Jahren die Kosten für diese Krebsvorsorgeuntersuchung. Mit Hilfe eines Endoskops einem dünnen Kunststoffschlauch untersucht der Gastroenterologe den Dickdarm. Dabei kann er Polypen erkennen und ggf. auch Gewebeproben nehmen. Auch wenn sich die meisten dieser Schleimhautvorwölbungen im Enddarm befinden, raten Experten zu einer kompletten Darmspiegelung also des gesamten Dickdarms. Findet der Arzt einen Polypen, kommen recht häufig weitere vor. Den einfachen Test auf Blut im Stuhl (Guajak-Test) bezahlt die gesetzliche Krankenkasse ab einem Alter von 50 Jahren. Allerdings gilt der Test bezogen auf Darmpolypen als recht unsicher, denn die meisten Polypen bluten nicht ausreichend, damit dieser Test positiv wird. Moderne immunlogische Stuhltests sind deutlich genauer.

Therapieverfahren: Wie werden die Polypen behandelt?
Die Darmpolypen werden während einer Darmspiegelung durch einen Arzt entfernt. Dafür kommen spezielle Instrumente zum Einsatz, die über das Endoskop eingeführt werden. Anschließend wird das Gewebe in einem Labor untersucht, um zu überprüfen, ob es gut- oder bösartig ist. Stellt der Arzt fest, dass man bereits Darmkrebs hat, veranlasst er eine passende Therapie, meist eine Operation. In bestimmten Zeitabständen sollt man sich erneut einer Darmspiegelung unterziehen, da sich Polypen von neuem entwickeln nach dem sie abgetragen wurden. Die Zeitspanne beträgt normalerweise zehn Jahre, kann aber individuell schwanken. Eine Darmspiegelung dient der Krebsfrüherkennung, aber auch der Vorsorge. Die Ärzte und Experten sagen, dass sich dadurch das Risiko für Darmkrebs um bis zu 90 Prozent senken lässt, wenn Betroffene die Untersuchung wahrnehmen und dabei Polypen entdeckt und beseitigt werden. Für Menschen mit einem erhöhten Krankheitsrisiko, zum Beispiel nahe Verwandte mit Darmkrebs, ist die Darmspiegelung unter Umständen schon vor dem Alter von 55 Jahren ratsam.

Vorbeugen: Lässt sich das Risiko für Darmpolypen senken?
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich regelmäßig körperlich betätigen, weniger Polypen im Darm haben. Bereits 30 bis 60 Minuten moderate Bewegung reichen, um das Risiko für Polypen und Darmkrebs zu senken. Auch eine ausgewogene Ernährung, die sich aus reichlich Gemüse und Obst zusammensetzt sowie ballaststoffreich ist, schützt vor Darmpolypen. Rotes Fleisch sollte möglichst selten verzehrt werden. Wer dann noch zusätzlich auf sein Gewicht achtet, nicht raucht und nur ab und zu ein Glas Wein oder Bier trinkt, kann so den Darmpolypen ebenfalls entgegenwirken. Darüber hinaus sollten alle Menschen ab einem Alter von 55 Jahren die Darmspiegelung zur Krebsvorsorge wahrnehmen.




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